In der nun schon dritten Ausgabe wurde in Herzogenrath das Spiel ohne Grenzen rund um das Nell-Breuning-Haus ausgerichtet. Angelehnt ist dieser Spaß-Wettkampf an die in den 1960er- und 1970er-Jahren beliebte internationale Spielshow. Trotz des bescheidenen Wetters sind 23 Mannschaften an den Start gegangen. Unter den Teams war der Titelverteidiger, die THW-Ortsgruppe Herzogenrath, das Aachener Uniklinikum, das Team aus dem Nell-Breuning-Haus, die Piratenpartei, lokale Unternehmen aber auch Vereine und Freunde. Neben meiner eigenen sportlichen Beitrag ist an diesem Tag folgendes Video entstanden. Gefilmt wurde es mit der kleinen Canon S95. Hoffen wir auf ein gnädigeres Wetter im nächsten Jahr.

 

Kleinbildkameras

Trotz der konservativen Headline lechzen heute viele Fotografen nach den neusten technischen Gadgets. Die Megapixelzahl ist bei den Topmodellen sogar schon dreistellig geworden. Überall gibt es Automatiken – für den Focus, die Verschlusszeit, die Blende, den ISO-Wert und was sonst noch. Man mag meinen, dass gute Bilder hier vorprogrammiert sind. Doch oftmals halten ja gerade die vielen Möglichkeiten einen davon ab, gezielt einen Moment einzufangen. Durch das Hören einiger Podcasts bestärkt (Happy Shooting, Monis Motivklingel und Inside Analog Photo), erwuchs mit der Zeit auch bei mir der Wunsch wieder analog zu fotografieren. Das freundliche Umherfragen im Freundes- und Familienkreis hat mir dann drei wirklich schöne Exemplare von analogen Spiegelreflexkameras in die Hände getrieben. Auch wenn diese augenscheinlich sehr ähnlich wirken, gibt es Unterschiede in Bezug auf die Objektivanschlüsse und Bedienung der verschiedenen Kameras. Über eine Belichtungsmessung und das Kleinbildformat, welches mit 35mm-Film bestückt werden möchte, verfügen aber alle Drei.

Nach nun einer handvoll verschossener Filme war es gerade die andere Herangehensweise des Fotografierens, die das Comeback der alten Kisten zum Spaß haben werden lassen. Im Moment der Aufnahme beschränkt man sich lediglich auf die grundlegenden Einstellungen und widmet sich dem eigentlich Interessanten – dem Motiv sowie dem entsprechenden Bildaufbau. Sowohl diese andere Herangehensweise, als auch gerade das Ergebnis, das wirklich zählt und erst versetzt betrachtet werden kann, hat hier überzeugt.

Um den Bildeindruck einer analogen Kleinbildkamera erreichen zu können, braucht es bei heutiger Digitaltechnik  selbst auf dem Gebrauchtmarkt vierstellige Investitionen. Heute verkauft man diese teuren Kameras, Canon 5D Mark2 oder Nikon D700, nicht mit der Bezeichnung Kleinbild, sondern sicherlich auch aus Marketingperspektive als Vollformat. Bei den (preislich) darunter angesiedelten Kameras handelt es sich um sogenannte Crop-Kameras, bei denen dann nur noch ein Ausschnitt der eigentlichen Brennweite abgebildet wird. Ein 50mm-Objektiv wirkt so beispielsweise an einer digitalen 4/3-Kamera nicht wie ein Normal-, sondern wie ein Teleobjektiv. Folglich benötigt ein kleinerer Sensor ein weitwinkliges Objektiv. Daher sind deutlichere Freistellung und Bokeh mit einem größerem Bildformat bzw. -sensor besser zu erreichen.

Jedoch verbleibt bei allem technischen Hype um die neuen Techniken eine Anzahl von Fotografen, welche lieber wieder einen Film mit 36 oder auch nur zehn Aufnahmen einlegen. Gerade diese auf nur zehn Aufnahmen pro Film beschränktes Kameras im Mittelformat lassen mich in der letzten Zeit häufig in der digitalen Bucht nach Schnäppchen suchen oder ich ertappe mich dabei, wie ich einmal wieder meine Nase vor der Scheibe mit den gebrauchten Kameras platt drücke. Namen wie Hasselblad, Mamiya und Rollei klingen auch wunderbar im Ohr passionierter Fotografen.

Das notwendige Zubehör wie Filme und Chemie gibt es in gut sortierten Shops im Netz. Die eigene und damit auch gezielte Entwicklung von Schwarz-Weiß-Filmen ist im Heimgebrauch gut beherrschbar. Hierfür braucht es keinen lichtdichten Raum, sondern dies kann mit einer Entwicklerdose und einem Wechselsack geschehen. Die Entwicklung von C41-Farbfilmen ist nach wie vor in vielen Drogiemärkten und Fotolaboren für überschaubares Geld möglich. Also her mit den alten Schätzen, die in Schubladen, Abstellräumen, auf Dachböden oder nur als Dekoration ihr Dasein fristen.

 

Die Mauer muss weg

Schon seit einiger Zeit scheint sich der Trend durchzusetzen, dass öffentliche Einrichtungen, Gelände und Sportplätze mit Zäunen umspannt werden und dann entsprechende Öffnungszeiten vergeben werden. Genau in dieser Art ist dies in meiner kleinen Heimatstadt Übach-Palenberg geschehen. Dort wird Alles eingezäunt und überwacht, was früher einmal eine öffentliche Fläche war. Angefangen vom weit eingezäunten Schulzentrum, über die Grundschulen, Sportstätten bis hin zum Naherholungsgebiet. Eingesperrt werde Freiflächen, Regenrückhaltebecken, Basketballplätze, Sitzgelegenheiten und Spazierwege. Auch die Änderungen im Bebauungsplan der Stadt Übach-Palenberg erlauben nun die Errichtung von Betonmauern zur Begrenzung privater Grundstücke.

Das Naherholungsgebiet in Übach-Palenberg scheint hier ein besonders schlechter Witz zu sein. Wenn man in grüner Natur umherspazieren möchte, dann wird man an dieser Stelle durch einen zweieinhalb Meter hohen Zaun daran erinnert, dass es selbst hier ein drinnen und draußen gibt. Auch wurden wir schon einmal im Naherholungsgebiet Abends des Platzes verwiesen, da der Wachmann wohl die Stunde bis zur Schließung nicht mehr warten wollte und uns von seinem Plastikroller aus anbrüllend nahelegte den Platz innerhalb des Zaunes zu verlassen. Hier braucht man dann auch keine Beleuchtung mehr für die Boule-Anlage. Da fühlt man sich willkommen.

 

AVR Reaktorgebäude 1970

Bild: Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor

Die derzeitige Diskussion rund um die Kernenergie, verbunden mit den Geschehnissen in Japan, haben mich dazu gebracht etwas den lokalen Blick zu schärfen. Jülich (30 km Entfernung nach Aachen) beheimatet die 1988 stillgelegte Kernforschungsanlage. Die Umgebung und die Wälder habe ich durch einige Fahrradtouren, Spaziergänge und Läufe kennen gelernt.

Das Kernkraftwerk Jülich wurde 1967 als Forschungsreaktor in Betrieb genommen. Mit seiner Bauweise als Kugelhaufenreaktor leistete er eine Elektrische Nettoleistung von 13,2 Megawatt, die auch in das Stromnetz eingespeist wurde. Am 13. Mai 1978 traten infolge eines länger unbemerkten Lecks im Überhitzerteil des Dampferzeugers 27,5 t Wasser in den Primärkreislauf und damit in den Reaktorkern ein. Obwohl dieser Störfall nur in die Kategorie C eingeordnet wird, stellt er wegen des positiven Reaktivitätseffekts des Wassers einen der gefährlichsten Störfälle für einen Hochtemperaturreaktor dar. Der Störfall blieb wahrscheinlich nur deshalb ohne schwere Folgen, weil der Kern nur niedriege Temperaturen aufwies und das Leck klein blieb. Unter dem Reaktor befindet sich durch den Störfall radioaktiv belastetes Erdreich und Grundwasser. Das Fundamentkammerwasser, welches mit der Umgebung in direktem Kontakt steht, wurde mit Strontium-90 und Tritium radioaktiv kontaminiert. Der kontaminierte Reaktorbehälter wird zunächst nicht zerlegt. Im November 2008 wurde er stattdessen mit Beton verfüllt, um so die radioaktiv hoch kontaminierten Graphitstaubteilchen zu fixieren. In diesem Jahr soll der 2100 Tonnen schwere Behälter zur Zwischenlagerung in eine 200 Meter entfernte Halle transportiert werden. Derzeit werden die verbrauchten Brennelementekugeln in 152 Castor-Behältern auf dem Gelände gelagert. Da die Genehmigung für diese Lagerung 2013 abläuft beabsichtigt das Forschungszentrum die Castor-Behälter nach Ahaus zu überführen. Die Energiewerke Nord GmbH ist mit dem vollständigen Rückbau beauftragt, welcher bis zum Jahr 2015 realisiert werden soll.

Eine weitere nennenswerte Kernanlage in der Umgebung befindet sich in der Fahrradregion bei Lüttich (60 km Entfernung nach Aachen). Das Kernkraftwerk Tihange bei Huy ist eines von zwei in Betrieb befindlichen Kernkraftwerken in Belgien. Am 22. November 2002 ereignete sich ein Störfall. Obwohl der Reaktor zu dieser Zeit heruntergefahren war, produzierte er immer noch Wärme. Durch einen Test wurde fälschlicherweise ein Sicherheitsventil des Druckhalters geöffnet, wodurch der Druck im Primärkreislauf in kürzester Zeit fiel. Sinkt der Druck jedoch, verringert sich die Siedetemperatur des Wassers und geht in den gasförmigen Zustand über. Dann kann die Nachzerfallswärme nicht mehr abtransportiert werden und es besteht die Gefahr einer Kernschmelze. Bei diesem Zwischenfall wurden aufgrund des schnellen Druckabfalls mehrere Sicherheitssysteme aktiviert, die Wasser in den Reaktor einspeisten und die Brennelemente kühlten. Das fälschlicherweise geöffnete Überdruckventil wurde wegen Kommunikationsproblemen erst nach drei Minuten wieder geschlossen. Ein weiterer Zwischenfall in Tihange ereignete sich am 4. Oktober 2010. Wie belgische Medien berichteten, liefen dabei rund sechs Kubikmeter einer Chemikalie in die Maas. Für die Umwelt bestand keine Gefahr, hieß es von Seiten des Kraftwerkbetreibers. Es sei bei diesem Zwischenfall kein radioaktives Material ausgetreten.

Die Natur ist schwer berechenbar, menschliches Handeln nicht fehlerfrei und Dieselmotoren springen halt manchmal nicht an. Es ist fraglich, ob die Betreiber der aktuell weltweit 443 Reaktoren der hohen Verantwortung nachkommen können.

 

Landesmeisterschaft Bouldern

zur Galerie…

Unsere lokale Boulderhalle Moove in Aachen war am 12. März der Veranstaltungsort für die Landesmeisterschaft NRW. Bei den geschraubten Problemen wurden schon alleine beim Zuschauen die Hände schwitzig. In den Klassen der weiblichen und männlichen Jugend, sowie bei den Frauen und Männern, wurden an diesem Tag die Titel ausgeklettert. Eine Fahrgemeinschaft fuhr nach der Veranstaltung wohl besonders frohgelaunt nach Hause. Beim Rückweg in den Ruhrpott hatten Juliane Wurm, ihr Bruder Alexander und Jonas Baumann alleine drei Titel im Gepäck. Diese Ausbeute lässt sich doch sehen.  Die genauen Ergebnisse und weitere Informationen findet man auf der Seite der Boulderhalle Moove und der Seite des DAV Landesverbandes Nordrhein-Westfalen. Einige Fotos der Veranstaltung sind unter dem oben angegebenen Link bei Flickr zu finden.