
Moderne Gadgets sind heute die Werkzeuge, die fast jeder gerne in der Tasche hätte, die Begehrlichkeiten auslösen und auch als Statussymbol herhalten. Umgeben werden diese Wunderwerke der modernen Technik von einer oftmals ikonenhaften Aura. Auf gigantischen Messeständen und bei perfekt einstudierten Präsentationen werden die neusten Errungenschaften von den großen Spielern des Technologiesektors dem kaufwilligen Publikum präsentiert. Bei dem Funkeln und aller Faszination gerät die eigentliche Herstellung in den Hintergrund.
Um im heutigen Wettlauf der ständigen Erneuerung und Gewinnerwartungen bestehen zu können, fühlen sich die Produzenten gezwungen den Wertschöpfungsprozess vom Rohstoffgewinn bis hin zur Endmontage zu optimieren. Allein dies ist nichts Neues, jedoch erreicht dieses Prinzip mit der aktuellen Technisierung nun neue Dimensionen. Eine Vorstellung von heutigen Herstellungsprozessen konnte man sich durch den Radiobeitrag Mr. Daisey and the Apple Factory machen. Mike Daisey, ein Apple-Fanboy erster Güte, sah einige Fotos von einem neuen iPhone, welche wohl ein Arbeiter aus der Fabrik geschossen hatte. Er stellte sich die Frage, wer den ganzen Kram eigentlich herstellt und reiste nach China, um dies herauszufinden. Mehr als eine Millionen Arbeiter montieren in der chinesischen Provinz Shenzhen die begehrten Gadgets unserer Zeit. Hier sprach Mike mit den Arbeitern vor den Toren der Foxconn-Werke. Zugang zu den eigentlichen Produktionsstätten wurde ihm nicht gewährt.
Die Zustände in den Foxconn-Werken, die vorher mit einer Reihe von Suiziden und Unfällen für Aufruhr gesorgt haben, standen unter medialer Aufmerksamkeit. In der Folge gab es deutliche Kritik am Technologieriesen. Apple hat nun die Fair Labour Association (FLA) eingeschaltet, um die Arbeitsbedingungen vor Ort zu verbessern. Ob man dies als PR-Kampagne oder als wirkliche Fortentwicklung der Arbeitssituation einstufen kann, lässt sich erst später beurteilen. Der Sender ABC hat exklusiv Zutritt zu den Produktionsstätten erhalten und sendet dieses Material diese Woche in der Show Nightline.
Doch auch wenn sich mit dem derzeitigen Marktführer bei Tabletcomputern am besten mediale Aufmerksamkeit erzeugen lässt, kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass andere Hersteller nach ganz ähnlichen Methoden verfahren. Foxconn produziert neben den Geräten von Apple ebenfalls für die Firmen HP und Dell, die Spielkonsolen Nintendo DS, Xbox 360, Wii und die Playstation. Auch der südkoreanische Mischkonzern Samsung ist mit seiner autoritären und rücksichtslosen Unternehmensführung in den Fokus von NGOs und der Justiz geraten. Hier spielt weder die Platform noch die Marke eine Rolle.
Im letzten Artikel habe ich über die Möglichkeiten geschrieben, die schon in einer kleinen Digitalknipse stecken, wenn man sie etwas aufbohrt. Mit dem entsprechenden Hack ist in den letzten Tagen dieses Video aus vielen tausend Einzelbildern vom Umbau der Boulderhalle Moove entstanden. Auf einem Stativ fotografierte die kleine Canon S95 alle paar Sekunden und brachte so etwa 40.000 Bilder zusammen. Zusammengerechnet wurden die Fotos mit Quicktime 7 zu Clips mit 24 Bilder/Sekunde. Der digitale Zoom-Effekt (Ken Burns) ist im Schnitt mit iMovie hinzugekommen. Hier wurden die Clips auch noch auf doppelte Geschwindigkeit gebracht. Der Track dazu ist natürlich auch wieder einmal selbst geschraubt. Wie gewohnt steht das Video unter der CC-Lizenz.

Der Übergang zwischen der Weihnachtszeit und dem neuen Jahr wird nun schon fast traditionell durch den Chaos Computer Congress bereichert. Hier werden in jedem Jahr kreative Lösungen größtenteils technischer Gegebenheiten präsentiert. Die manchmal allwissende Wikipedia definiert einen Hack als “eine verblüffend einfache, (manchmal) elegante und pfiffige Lösung eines nichttrivialen Problems.”
Eine kreative Lösung benötigte ich vor einigen Tagen, da mir der Zugang zu einem Gerät mit Windows 7 nicht mehr möglich war. Aufgrund chronischer Nichtbenutzung war mir leider das wahrscheinlich lustige und einfallsreiche Admin-Passwort entfallen. Schon eine kurze Webrecherche brachte mich dann auf ein Tool namens Offline NT Password & Registry Editor. Nach kurzer Zeit des Einlesens und des Konsums einiger HowTo-Videos auf Youtube, war ich dann schon auf einen guten Weg. Es musste lediglich ein USB-Stick mit dem entsprechenden Tool zum booten gebracht und ein Umlautproblem aufgrund des gewählten Benutzernamens gelöst werden. Nach zwei Stunden der Recherche und des Rumprobierens war der Zugang zu meinem Admin-Konto möglich und ich hatte wieder Zugriff auf sämtliche Daten. Da ich nicht gerade der Hardcore-Windows-Anwender bin, war ich nach dem (für mich) schnellen Erfolg recht belustigt. Klar sein sollte, dass entsprechender Weg natürlich nur bei der Situation des Passwortverlusts eingesetzt werden darf. Wer sich bei fremden Rechnern so den Zugang erschleicht macht sich strafbar. Übrigens scheint dieser Weg auch für das hoch gelobte und innovative Windows 8 zu funktionieren. So viel also zu gefühlter Sicherheit durch komplexe Passwortwahl und vermeintliche Innovation.
Als sei dies nicht genug reifte seit einiger Zeit in mir der Gedanke, die kleine Digitalkamera Canon S95 etwas aufzubohren. Konkret ging es mir darum, Intervallaufnahmen erstellen zu können, um diese später zu einem Timelapse-Video zusammenzufügen. Von Hause aus bringt die kleine Knipse lediglich eine Fake-Variante dieser Aufnahmetechnik mit. Hier kam mir das CHDK-Projekt zur Hilfe. Mit diesem Paket zur Erweiterung der Kamera-Funktionen werden auch an einfachen Consumer-Kameras Intervall- oder RAW-Aufnahmen möglich. Die eigentliche Firmware bleibt dabei unverändert, da CHDK stets von der eingelegten Speicherkarte gebootet wird. Über hinzuladbare Scripte werden bisher ungenutzte Funktionen der Kamera abgerufen. Die Einzelbilder einer Reihenaufnahme lassen sich mit Quicktime zu einem Video mit frei wählbarer Bildrate zusammenrechnen. Vorzeigbare Ergebnisse werden hier natürlich bald folgen. Zeitrafferaufnahmen in voller HD-Auflösung mit einer kleinen Digitalknipse – da rückt der Zukauf von neuem technischen Spielzeug erst einmal in die Ferne. Erst werden die Funktionen der aktuellen Geräte ausgeschöpft.
Seit einigen Wochen hat Google seinen Entwurf eines Sozialen Netzwerks für Anwender frei geschaltet. Während anfänglich nur Google nahe Entwickler und Tester auf Google+ losgelassen wurden ist diese Plattform nun für stets mehr Personen verfügbar. Gerade das elitäre Zugangsverfahren, welches nur über Einladungen anderer schon aktiver Nutzer ein Betreten möglich machte, hat für ein schnelles Ansteigen der Nutzerzahlen geführt. Trotz aller Begeisterung wurde mir mit Google+ noch mal klar warum Twitter mein favorisierter Dienst bleibt. Hier eine Auflistung warum ich Twitter bevorzuge:
Verteilung von Daten – Eine geläufige Herangehensweise um der personalisierten Datensammlerei etwas zu entgehen, ist, seine Daten auf verschiedene Dienstanbieter zu verteilen. Gegen personalisierte Angebote ist erst einmal nichts zu sagen. Gerne verwende ich Empfehlungen, die auf mein Verhalten abgestimmt sind. Verdächtig wird mir allerdings, wer zu viel von mir wissen möchte. Bei Google nutze ich neben der Suche und dem Mail-Dienst den Reader, Maps und den Übersetzer. Ich behaupte mal glatt, dass sie damit genug von mir wissen. Auch Facebook möchte ein komplettes Angebot für den Nutzer bereitstellen und kennt in der Folge dann auch das komplette Nutzerverhalten aufgrund von Mails, eingebetteten Like-Codeschnipseln auf anderen Internetseiten, dem Chat und sonstigen Aktivitäten. Twitter ist im Gegensatz dazu relativ eigenständig von anderen Angeboten. Selbst wenn nun auch ein Upload-Service für Bilder zur Verfügung steht befinden sich die eigentlichen Inhalte auf externen Seiten und nicht bei Twitter.
Hashtags – Die Verschlagwortung, die mit Hilfe der Raute # bei Twitter stattfindet, erlaubt es Nachrichten einem Ereignis zuzuordnen, ohne einer Gruppe, einem Kanal oder ähnlich geschlossenen Bereichen beitreten zu müssen. Durch Hashtags verwandelt sich Twitter in einen öffentlichen Chat in dem sich Ereignisse nahezu live kommentieren lassen. Es lassen sich Nachrichten zu Sendungen (#annewill) oder Ereignissen (#wm2010) einsehen oder kommentieren.
Timeline – Nachrichten werden bei Twitter chronologisch dargestellt. Aufgrund der lediglich 140 Zeichen, die zur Verfügung stehen gibt es eine gute Übersichtlichkeit des Nachrichtenflusses. Das Weiterverbreiten von bestehenden Nachrichten geschieht über den Retweet. Mehrfachnennungen einer Nachricht von mehreren Nutzern verstopfen nicht überflüssig den Nachrichteneingang.
Öffentlichkeit – Twitter ist ein per se öffentliches Medium. Die Leser der eigenen Nachrichten lassen sich zwar über die Einstellungen einschränken, jedoch ist dies bei den Nutzern eher die Ausnahme. Andere Netzwerke erwecken mit ihren granularen Privatsphäreeinstellungen ein Sicherheitsgefühl, das aber aufgrund der Weiterverbreitung der Inhalte trügerisch ist. Inhalte die einmal im Netz sind, finden auch Wege (z.B. Bildschirmaufnahme) sich weiter zu verbreiten.
Pseudonyme – Google+ hat mit seinem Ausschluss von Nutzern mit Pseudonymen für einigen Wirbel gesorgt. Nutzern, die sich lediglich mit einem Pseudonym anmeldeten wurde von Google das Nutzerkonto stillgelegt und zum Teil auch gelöscht. Diese Stilllegung des Kontos wirkt sich nicht nur auf den neuen Dienst Google+ aus, sondern auch auf die angeschlossen Dienste wie Mail, Youtube, Dokumente und Ähnliche, die immer einem Google-Konto zugeordnet werden müssen. Der persönliche Schaden kann bei einer derartigen Stilllegung beträchtlich sein und macht die Idee von der Cloud etwas beängstigend, wenn sie bei einem Verstoß das persönlich Erschaffene des Benutzers sperrt oder sogar löscht.
Google+ befindet sich nach firmeneigenen Angaben noch im Erprobungsmodus. Jedes Netzwerk jedoch ist in ständiger Veränderung, bei der Optimierungen und neue Dienste unter der Haube eingepflegt werden. Der beste derzeitige Ansatz für die Informationsbeschaffung stellt für mich aus den oben genannten Gründen Twitter dar. Da technische und gestalterische Ansätze sich über die Zeit verändern, werden auch bisher monopolistisch erscheinende Anbieter wieder verschwinden und neuen Ideen Platz machen.
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